Tao Atmung  (道呼吸)

 

 

 

 

 

 

"Das Weichste in dieser Welt überwindet das Härteste;

Das Nichts kann dort sein, wo kein Raum ist.

Daran erkennen wir den Wert des Nichts-Tuns.

Lehren ohne Worte, beim Tun im Nichts-Tun verweilen:

das verstehen nur wenige"

 

                                    

                                   

                                                                                           Lao-Tse

 

 

 

 

 

 

Tao (philosophische Lehre für das Leben) in der taoistischen Tradition ist definiert als „ein Weg im Einklang mit der Natur“.

 

 

In der traditionellen chinesischen Medizin spielt Qi (Lebensenergie) eine sehr wichtige Rolle für die Gesunderhaltung des Menschen. Das (nachgeburtliche-) Qi wird über Atmung (Taoistische Atmung) und Ernährung (5 Elemente Ernährung) aufgenommen. Die Voraussetzung für ein gutes (nachgeburtliche-) Qi zu bekommen ist von Qualität und Quantität abhängig. Das (nachgeburtliche-) Qi wird frei in Körpermeridianen (die Lebensenergie Leitbahnen) fließen. Wenn das Qi nicht richtig frei in den Körpermeridianen fließt, dann findet man häufig körperliche Beschwerden oder Störungen in einem Funktionskreis des Organsystems.

 

 

Taoistische Atmung ist die natürliche Atmung des Menschen, welche leider die Mehrzahl der Menschen durch Nervosität, Stress, falsche Körperhaltung und falsche Gewohnheiten verlernt haben. Entweder atmen sie kurz, flach, oberflächlich oder manchmal halten sie den Atem an. Man kann sie genau beobachten, wie sie atmen. Beim tiefen Einatmen geht die Schulter hoch oder beim Ausatmen ist die Schulter angespannt.

 

 

 

Das Tao der Atmung wird seit Jahrtausenden praktiziert, um

 

  • den Fluss des Qi‘s (Lebensenergie) zu stimulieren und zu regulieren
  • Funktionskreis des Organsystems zu unterstützen
  • gesundem Schlaf zu bekommen
  • Loslassen zu verbessern
  • Stress zu reduzieren
  • Gedanken und negative emotionale Gefühle zu harmonisieren
  • den Kreislauf zu verbessern
  • Leistungsfähigkeit zu vermehren
  • Bewusstsein zu verstärken
  • Spiritualität zu vertiefen
  • sowie das Wohlbefinden zu erhalten

 

 

Praktische Anwendungen :

 

Bei der tiefen Bauchatmung wird durch die Nase ein- und ausgeatmet. Die Nase wird als die Öffnung der Lungen angesehen und ist der Austritt des Qi (Lebensenergie) aus dem Körper heraus. Wenn wir diese Tao (Bauch-) Atmung praktizieren, halten wir den Körper so entspannt wie möglich. Unser Geist muss ruhig und entspannt sein.

 

Die eingeatmete Luft strömt dabei bis in den Bauch (Dantien, es liegt zwei Finger unterhalb des Bauchnabels) und weitet diesen wie einen Ballon. Dabei werden die Lungen passiv vom Zwerchfell nach caudal gezogen und das gesamte Volumen kann ausgenutzt werden.

 

Bei der Ausatmung fließt die Luft wieder durch die Nase aus dem Körper heraus, wobei sich der Bauch abflacht oder entspannt. Die Lungenflügel kehren zurück in ihre Ausgangsstellung, weil das Zwerchfell sich entspannt und nach cranial bewegt.

 

Während des Ein- und Ausatmen berührt die Zunge den Gaumen (Ren Mai und Du Mai Meridianenverbindung). „Fühlen und nicht denken“ ist das höchste Prinzip der Tao (Bauch-) Atmungs Praxis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Forschungsprojekt: Was bewirkt die taoistische Atmung auf das Gehirn

 

 

 

 

 

 

Professor Dr. rer. nat. Kristian Folta-Schoofs hat in Universität Hildesheim den möglichen Zusammenhang zwischen taoitische Atmung und deren Auswirkungen auf das Gehirn untersucht, unterstützt durch die Praxis Tuina & Qigong Massage Hannover. 

 

 

 

 

 

 

Abb. 1. EEG-Mapping einer in taoistischer Atmung und Meditation erfahrenen Versuchsperson, deren Hirnaktivität für
eine Zeitdauer von insgesamt 90 Sekunden unter drei verschiedenen Experimentalbedingungen aufgezeichnet wurde, welche jeweils eine Vorbereitungsphase (Dauer: 30 Sekunden, grau hinterlegter Bereich) und eine unmittelbar daran anschließende Testphase (Dauer: 60 Sekunden, weiß hinterlegter Bereich) umfassten.

 

 

Die Versuchsperson wurde angeleitet, während der Vorbereitungsphase "normal" zu atmen und während der Testphase

 

A) in gleicher Weise weiter zu atmen (Kontrollbedingung),

B) kontrolliert in die taoistische Atmung zu wechseln (Taoistische Atmung) oder

C) sich in einen Zustand der Meditation zu versetzen (Meditation).

 

 

Die Mappings zeigen im Vergleich zur Kontrollbedingung eine Negativierung der EEG-Aktivität bei taoistischer Atmung, wohingegen in der Meditationsphase eine dazu entgegengesetzte Positivierung der Grundaktivität beobachtbar ist. Die Bedeutung der vorläufigen Befunde dieser Einzelfallstudie soll in weiterführenden Studien mit einer größeren Gruppe von Versuchspersonen geklärt werden (© K. Folta-Schoofs, Institut für Psychologie, AG Neurodidaktik, Stiftung Universität Hildesheim).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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